Deutschlandfahne Fifi: SDR-RX für Kurzwelle Deutschlandfahne

An einem OV-Abend stellt Alfred, DL8NCE sein neues FiFi-SDR-Radio vor. Das schnuckelige kleine Kästchen überzeugte mich, den seit längerem gehegten Plan, in das Thema SDR einmal reinzuschnuppern, in die Tat umzusetzen. Gott sei Dank gab es beim Funkamateur noch einen der letzten "Bausätze", allerdings noch ohne Preselector.

Fifi im Gehäuse Fifi-Platine & Preselector

Nach der Lieferung des Päckchens waren die beiden Buchsen und der IC-Sockel schnell eingelötet und die ersten Versuche konnten starten. Als Software habe ich erst einmal HDSDR versucht. nach der Installation der Software und der CFGSR von PE0FKO spielte die Software einwandfrei. Mit zwei Meter Draht war allerdings nicht viel anzufangen. An der W3DZZ fühlt sich der FiFi aber richtig wohl, auch wenn ohne Preselector (der auf alle Fälle nachbestellt wird, sobald er lieferbar ist) das ein oder andere Geistersignal auftaucht. Trotzdem beeindrucken die Empfangsergebnisse des kleinen Kistchens (ca. Zigarettenschachtelklein)! Von Vorteil finde ich die eingebaute Soundkarte. Erstens muss man sich keine Gedanken machen, wie gut oder schlecht die Soundkarte des PCs funktioniert und zweitens gibt es dadurch nur ein (USB-) Kabel vom FiFi zum PC. Wer dennoch eine geeignete hochwertige Soundkarte sein Eigen nennt, für den bietet der FiFi einen extra Ausgang. Und das alles zu einem sensationellen Preis von nicht einmal 90 Euro!

Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das Abstimmen auf Erscheinungen im Wasserfall-Diagramm auf Anhieb. Am Testwochenende war dazu auf Kurzwelle auch noch Contest, da konnte ich mit dem FiFi an der Behelfsantenne schnell Stationen sehen, um sie dann mit den Transceiver zu arbeiten, falls sie für mich interessant waren. Leider funktioniert das Zusammenspiel mit dem CW-Skimmer noch nicht wie gedacht, so konnte diese tolle Software in dem Contest nicht genutzt werden. Dafür ist es mir aber gelungen, DRM-Aussendungen auf KW zu dekodieren und zum esten Mal digitalen Kurzwellenrundfunk zu hören!

Der Preselector ist inzwischen eingebaut, der AHA-Effekt blieb erst einmal auch an 2x28m Dipolen aus. Der Fifi funktioniert nach wie vor sehr gut. Auch das Ansprechen mit der genialen Software "SDR-Radio" läuft inzwischen problemlos (warum muss man unterschiedliche Dateien, die man händisch wohin kopieren muss, gleich benennen???). Jetzt war nur noch eines zu tun: Ich habe eine über alle Frequenzen konstante Abweichung der QRG um 12 kHz. OM Google brachte die Abhilfe (Klick). Jetzt funktioniert alles wunschgemäss. Über den Webserver von SDR-Radio kann ich von zuhause via LAN/WLAN aber auch über Internet von aussen auf meinen Fifi zugreifen! Einfach toll und für den Preis ein echter Tip!

Fifi, SDR-Radio & Digital-Master in Aktion


Der FiFi als Ergänzung zu einem herkömmlichen TRX

Irgendwann möchte man die Vorteile eines SDR natürlich nicht nur zum reinen Hören sondern auch für das QSO-fahren nutzen. Da der FiFi nicht sendefähig ist, muss diesen Part der normale Stationstranceiver übernehmen. Für dieses Zusammenspiel gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:

  • RX-Abgriff der (höchstmöglichen) ZF im Transceiver
  • Antenne automatisch zwischen TRX (Senden) und FiFi (RX) hin- und herschalten
  • Eine eigene RX-Antenne für den FiFi
  • Grundsätzlich würde es natürlich auch funktionieren, den FiFi an einer extra Antenne anzuschließen, die Frage ist nur, ob dann auch alle Stationen, die am TRX hörbar sind, auch am FiFi hörbar wären. Dessen muss man sich im Klaren sein. Andererseits ist einigermassen sicher, dass Stationen, die der FiFi hört, auch gearbeitet werden können, hi.

    Da meine Stationstransceiver (TS-2000 und TS-480) von Haus aus die ZF nicht nach aussen geführt haben, habe ich mich entschlossen, daran nichts zu ändern. Natürlich gibt es für beide Transceiver entsprechende Modifikationen im Internet. Nachteil ist unter umständen das eingeschränkte Spektrum, der FiFi kann ja von Haus aus knapp 100 kHz gleichzeitig "hören".

    Also blieb nur die Methode, die Antenne hin- und her zu schalten. Dabei wollte ich aber ohne Umstecken den FiFi nur optional als RX nutzen, normaler Betrieb sollte mit dem Stationstransceiver auch weiterhin möglich sein. Da ich nur eine Koax-Zuleitung habe und meine Antennen am Gittermast mit einem Koax-Relais umschalte, blieb der zweite Antennenanschluss am TRX bislang ungenutzt. Durch die hier dargestellte Verschaltung kann ich auf dem Antenneneingang 1 wie bisher rein mit dem Transceiver QSO fahren, auf dem Antenneneingang 2 ist die Antenne nur im TX-Fall aufgeschaltet, ansonsten bekommt sie der FiFi. So ist ausserdem der normale RX- Betrieb mit dem FiFi, wie gewohnt, möglich:

    FiFi und traditioneller T(R)X

    Ausserdem kann der FiFi (mit einem zweiten Koaxschalter) weiterhin auf die "großen" Antennen geschaltet werden. Und ich habe unter Dach einen Dipol mit 2x7m gespannt, um den FiFi undabhängig vom Stations-(T)RX laufen lassen zu können.

    Was bringt das nun? Erstens kann ich den grossen Vorteil aller SDRs nutzen, die hohe Trennschärfe. Gerade im Contest, wo Stationen eng nebeneinander liegen und hohe Signalpegel liefern, ist man mit einem SDR-Emfpänger eindeutig im Vorteil. Ausserdem läuft bei CW die Software CW-Skimmer mit dem FiFi: das gesamte CW-Segment eines Bandes (96 kHz) werden GLEICHZEITIG (!!) nach CW-Signalen abgesucht. Die Software kann mehr als 1000 QSOs gleichzeitig belauschen und die verwendeten Rufzeichen mit der verwendeten QRG anzeigen. So kann man übersichtlich sofort sehen, welche Stationen einen interessieren, dreht den TRX auf die angezeigte QRG und versucht sein Glück! Wer das einmal versucht hat, wird begeistert sein! Natürlich ersetzt das bei mir nicht das übliche Banddurchdrehen nur mit dem TRX, das macht mehr Spaß, aber es ist schön, beides tun zu können:

    FiFi und traditioneller T(R)X

    Inzwischen nutze ich die Funktion des Skimmers, mit der man ein DX-Cluster simmulieren kann. Das funktioniert über das Netzwerk oder auf dem lokalen PC. In meinem Logbuch-Programm eröffne ich eine TelNet-Session auf den CW-Skimmer und bekomme auf der Bandskala die gehörten Stationen angezeigt. Natürlich macht dann mein TS-2000 genau auf die QRG QSY, auf der die Station gehört wurde, die ich angeklickt habe.

    FiFi und traditioneller T(R)X

    Meinen Beobachtungen nach funktioniert die Software am zuverlässigsten im Contest. Bei normalen QSOs gibt es öfter mal Probleme, das richtige Call zu identifizieren, wenn nur eine Station gehört wird. Nobody is perfect. Vielleicht muss ich aber einfach nur mit den Einstellmöglichkeiten noch ein wenig spielen. Auf alle Fälle ist das eine Bereicherung für die eigene Station und ich sehe in (meinem FiFi-CW-) DX-Cluster nur Rufzeichen, die ich tatsächlich höre und die ich auch arbeiten kann.