QRP

Schaltbild

QRP ist für mich keine Philosophie. QRP ist für mich einfach eine Spielart. Zum einen dient meine QRP-Station bei Portabeleinsätzen einfach dazu, möglichst wenig Material transportieren zu müssen sowie sich keine großen Gedanken über die Stromversorgung machen zu müssen, zum anderen ist es nicht nur interessant zu sehen, wie viel man mit Wenigem erreichen kann sondern ich habe zumindest noch für die Amateurfunk-Prüfung gelernt, dass die Leistung auf das nötige Maß zu reduzieren ist. Warum soll ich also mit 100 oder 750 Watt unterwegs sein, wenn ich mit 5 Watt ebenfalls Rapporte mit 559 oder besser erhalte?
Wobei ich jetzt sagen muss, dass ich kein QRP-Fetischist bin. Ich denke aber, eine "Rechenformel" die ich einmal auf der Homepage eines anderen OMs gefunden habe, trifft es am besten:

Spass an einem QSO = Entfernung / verwendete Leistung

Das stimmt nicht? Mein bestes DX-QSO habe ich mit einem alten IC-211 ohne Vorverstärker, mit 10 Watt HF, zig Meter Koaxkabel zwischen TRX und Antenne, einer 2x11 ele Kreuzyagi und garantiert nicht der besten UKW-Lage gearbeitet: Barcelona!

QRP ist übrigens nicht unbedingt nur für Portabeleinsätze sinnvoll, auch zuhause gehen die Themen TVI und BCI durch QRP wohl getrost an einem vorbei.

QRP

Der Radi0kit-140: ein "geschmeidiger" Mini-Transceiver

Für ca. 25 Euro incl. Versand habe ich in eBay ein Sonderangebot von Rdaiokit erstanden: einen 40m CW-Transceiver auf einer Frequenz (die sich mittels einem abstimmbaren C in Grenzen etwas verschieben lässt, im Großen und Ganzen aber auf 7.030 arbeitet. Ausgangsleistung max. ein halbes Watt (bei 12V). Der bausatz war in nicht einmal einer halben Stunde zusammengebaut. Der Einbau in ein Gehäuse war deutlich zeitaufweniger, das Ergebnis kann sich aber wohl sehen lassen:

Nivea-Dose Doseninhalt Doseninhalt

Der Erstkontakt eines der geschmeidigsten Funkgeräte (hi) beim Ausprobieren nach dem Zusammenbau erfolgte übrigens mit einer Station aus Italien und das bei ca. 1/4 Watt Output (9V-Block)!


Der KX-3

Nach langen, langen Überlegungen und viel Geduld vom QRPeter in Berlin konnte ich mich dazu durchringen, meinen HB1B gegen einen KX-3 zu tauschen. Den KX-3 möchte ich allerdings dann auch im Shack einsetzen. Aufgrund der Performance macht das ja auch Sinn.
Da der KX-3 ja eigentlich ein SDR ist, soll er auch entsprechend eingesetzt werden. IQ-out wird also mit dem Line-In der PC-Soundkarte verbunden und als Software setze ich überwiegend die Freeware NaP3 ein, oft gemeinsam mit dem CW-Skimmer:

Screenshot SDR-Radio Screenshot CW-Skimmer

Es ist phantastisch zu sehen, wie der Skimmer die CW-Signale des gesamten Bands dekodiert. Der Skimmer ist dabei so eingestellt, dass er als DX-Cluster für das Logbuchprogramm arbeitet. So sehe ich im Logprogramm, welche Stationen ich hören kann. Die RX-Feldstärke wird ebenfalls dargestellt, so dass ich auch abschätzen kann, ob sich das QSY per Mausklick im Logprogramm auch tatsächlich rentiert.

Die Anzeige im Log

Der RX des KX3 schlägt alles, was jemals in meinem Shack stand: TS-480, IC-746, IC-7400, Flex-3000, TS-2000, alle diese TRX können nicht mit halten. Interessant an der Stelle ist auch ein Video auf Youtube, in dem der KX3 in CW mit dem hochgelobten TS-590SG verglichen wird; absolut sehenswert! Hier der Link zu dem Video

Die ideale Ergänung dazu ist die Freeware NaP3. Ich kann damit (abhängig von der Soundkarte des PCs) fast 200 khz des Spektrums am Bildschirm erkennen. Natürlich kann man das per Schieberegler auch einfach einengen. Und, da ich das 2m-Transverter-Modul eingebaut habe, stehen mir Spektrumanzeige und Skimmer natürlich auch auf 2m zur Verfügung. Im 2m-Contest ist das eine enorme Hilfe!

Im Gegensatz z.B. zu meinem Flex-3000 ist der KX-3 von Haus aus mit Bedienelementen ausgestattet. Man kann den TRX also ganz normal wie einen "herkömmlichen TRX" bedienen und/oder die SDR-Funktionalität nutzen. Die komplette Steuerung über die Software ist immer ebenso möglich wie der komplette Verzicht darauf! Universeller geht es wirklich nicht mehr!

KX-3 vs. FT-817??
Nun, auf den ersten Blick ist der FT-817 ja eine Alternative zum KX-3. Bei genauerer Betrachtung sprechen nicht nur einige Unterschiede für den KX-3, auch der Preis der Zusatzausstattung und die jeweils nötige Verkabelung sprechen eindeutig für den KX-3:

  • Eindeutig der bessere RX
  • Super ablesbares, großes Display
  • Einfach bedienbar, die wichtigsten Funktionen sofort auf den Knöpfen
  • Als SDR-Transceiver mit allen Vorzügen zuhause nutzbar
  • Sprachspeicher für SSB und CW eingebaut
  • vergleichsweise geringer Stromverbrauch
  • Mic-Kompressor eingebaut (z. B. Auto-Zero-Beat)
  • Gerade für CWisten tolle Features
  • Der RX, der RX, der RX!
  • deutlich geringerer Stromverbrauch
  • Dekodierung von CW und PSK-31-Signalen
  • PSK-31 per CW-Taste gebbar (funktioniert super!), zusätzliche Sendespeicher für PSK
  • Automatik-Notch für SSB
  • man Notch für CW
  • Filter bis 50 Hz Bandbreite, ein Genuss ohne Mehrkosten!
  • eingebauter Tuner (OK, optional aber ohne Zweitgerät möglich)
  • viele weitere Features mehr im Vergleich zum 817
  • Ich muss aber zugeben, ein paar Nachteile gibt es auch (wobei die Vorteile meiner Meinung nach klar überwiegen):
  • mechanische Verarbeitung (typisch Ami-Kiste)
  • eingebauter Lautsprecher (mieser Sound, PC-Aktivlautsprecher oder Kopfhörer verwenden)
  • Der Suchtfaktor! Ich liebe ihn, portabel und zuhause im Shack!!!
  • Durch das eingebaute 2m-Modul steht die SDR-Funktionalität natürlich auch auf 2m zur Verfügung, incl. Wasserfall-Anzeige für knapp 200 kHz! Gerade bei einem Contest aber auch um das Band zu beobachten ist das einfach klasse! Ich habe im Shack eine PA nachgeschaltet, so dass ich in SSB ca. 100 Watt PEP machen kann. Auf dem Berg arbeite ich allerdings meist barfuß mit 3 Watt, das genügt bei guter Lage vollkommen. Allerdings muss ich erwähnen, dass der eingebaute Transverter immer etwas wandert (abhängig von den TX-Zeiten wird er warm) und für digitale Betriebsarten nicht geeignet ist. Aber für SSB und CW ist das ausreichend. Gerade auf 2m ist der eingebaute Sprachspeicher (CQ-Ruf, einstellbar mit automatischer Wiederholung) ein Segen!

    Screenshot SDR-Radio Screenshot SDR-Radio


    Der K-1

    Minimalistischer Betrieb mit leistungsstarken Geräten wie dem K-1 macht auch von zuhause aus Spaß. Daher habe ich mir noch einen günstigen K1 zugelegt.

    Screenshot SDR-Radio

    Mit ihm bin ich auf den Bändern 40, 30, 20 und 15m qrv. Er hat ebenfalls einen Tuner eingebaut und nachträglich habe ich noch die Batterie-Option eingebaut, so dass auch der K-1 mal mit unterwegs ist.


    BlueCoolRadio

    Ein faszinierender Mehrband-TRX (80-17m)Leider ohne eingebauten Lautsprecher (Kopfhörerbetrieb). Variables Quarzfilter 500Hz bis > 3kHz

    Foto BCR

    Leider ohne eingebauten Lautsprecher (Kopfhörerbetrieb). Variables Quarzfilter 500Hz bis > 3kHz


    Small Wonder SW-40+

    Foto SW-40+

    Für mich DER 40m Monoband-TRX. CW-Filter mit 500 Hz. Ausgangsleistung bei 9V ca. ? Watt, bei 12V ca. ? Watt. Im gesamten CW-Bereich abzustimmen. Wer mit ihm QSOs gefahren hat, wird süchtig!


    Yaesu FT-817

    Foto FT-817

    Der FT-817 ist wohl die bekannte eierlegende Wollmilchsau unter den QRP-Geräten mit allen Licht- und Schattenseiten. Ausgestattet ist mein FT-817 mit einem DTMF-Mic für UKW, dem Original-500 Hz- Filter und einem LiPo-Akku samt Batteriedeckel mit eingebauter Ladeelektronik. Eine chinesische Firma bietet das für relativ wenig Geld an und der schwere Bleiakku kann nun zuhause bleiben.

    Foto FT-817-Akku 1 Foto FT-817-Akku 2


    Universal QRP-Akku

    Ich habe für Portabeleinsätze einen Bleigel-Akku im Einsatz. Robust, leistungsstark aber eben auch schwer. Nachdem ich bei einem bekannten Auktionshaus (ebenfalls aus China) einen günstigen und leistungsstarken LiPo-Akku samt Ladegerät und Ladeelektronik gesehen habe, der für nicht einmal 18 Euro (versandkostenfrei) mal eben mit 12V (Diode?) und 6800 mAh. Das sollte für einen /p-Tag ausreichen, hi.

    Foto QRP-Akku