Deutschlandfahne SDR-TRX: Flex-3000 Deutschlandfahne

Durch DL6NBS und DL0BRK hatte ich Gelegenheit, in das Thema SDR-Transceiver etwas tiefer einzusteigen. Durch die Erfahrungen mit dem Elecraft KX-3 und den Fifi waren erste SDR-Erfahrungen ja bereits gesammelt und das Feuer der Begeisterung hatte es nicht mehr allzu schwer, sich auszubreiten.

Ein SDR-Transceiver bietet aber nicht nur Vorteile und ist nicht das Gelbe vom Ei. Es ist genauso eine Kompromiss-Lösung wie alles andere und jeder muss für sich entscheiden, ob er mit einem derartigen Kompromiss leben kann. Ich denke, ich kann das sehr gut :-)
Hier aus meiner Sicht die Vor- und Nachteile in Kurzform:

Die Vorteile:

  • Keine Bedienelemente, Gerät muss nicht am Stationstisch stehen
  • Einfache Filtereinstellung, die Filterregelung begeistert
  • Nur ein Kabel zwischen PC und TRX auch bei Sonderbetriebsarten
  • Für CWisten ist ein SDR-TRX mitsamt CW-Skimmer ein Traum
  • Durch die fehlenden Analog-/Digitalwandlungen arbeitet der SDR-TRX bei digitalen Betriebsarten deutlich besser als mit einer Soundkarte
  • Sehr umfangreiche Einstellmöglichkeiten lassen nur noch wenige Wünsche offen
  • Die Nachteile:

  • Ohne PC kann man mit dem TRX gar nichts machen
  • Ein billigerer TS-590 hat einen besseren RX
  • Betrieb ausserhalb des Shacks sehr aufwendig (portabel, Fieldday, Garten, Urlaub)
  • Man benötigt mehrere, teilweise kostenpflichtige Zusatzprogramme
  • Die Erstinsatllation ist sehr aufwändig
  • Flexradio weigert sich selbst bei entsprechenden Genehmigungen, den TX zu erweitern
  • Die Vielzahl an Konfigurationsmöglichkeiten beinhaltet auch viele mögliche Fehler
  • Die Steuersoftware wird nur von Flex weiterentwickelt
  • Typische Ami-Mechanik, alles hält -irgendwie- zusammen...

  • Die Bedienoberfläche

    Das schönste für mich ist der Betrieb des Flex-3000 in Verbindung mit dem CW-Skimmer. Es ist phantastisch zu sehen, wie der Skimmer die CW-Signale des gesamten Bands dekodiert. Hier ist die Einrichtung des CW-Skimmers kurz dargestellt. Der Skimmer ist dabei so eingestellt, dass er als DX-Cluster für das Logbuchprogramm arbeitet. So sehe ich im Logprogramm, welche Stationen ich hören kann. Die RX-Feldstärke wird ebenfalls dargestellt, so dass ich auch abschätzen kann, ob sich das QSY per Mausklick im Logprogramm auch tatsächlich rentiert.

    Die Anzeige im Log

    Hier ein Screenshot, der die beiden PC-Monitore während eines CW-Contests zeigt. Geöffnet sind der CW-Skimmer, Logger32 und die Flex-Software Power-SDR:

    Der Flex-3000 mit dem CW-Skimmer im Betrieb

    Nach einiger Zeit habe ich aber vermisst, den TRX nur mit der Maus zu bedienen. Durch Zufall bin ich auf eine sehr interessante Projektseite gestoßen. Ein OM bietet dort zu freien Download Software an, mit der man sog. DJ-Konsolen als Bedienungselemente verwenden kann. Die Funktionszuweisung ist weitgehend beliebig konfigurierbar. Die Konsolen selbst kosten neu nicht mehr als 50,- € und ich bin damit richtig glücklich!